Andrea´s Gedankenbilder

 

Der letzte Tag

 

Der Strand war leer, niemand außer ihr presste seine Füße in

den heißen Sand. Niemand nahm das Rauschen des Meeres

wahr und lauschte entzückt dem Brechen der Wellen.

Auch sie nicht, sie hörte das Flüstern der Brandung nicht; der

Ruf der Möwen blieb ihr ebenso fern und selbst die Hitze des

Sandes schien sie nicht zu beeindrucken.

Der Strand verlassen und doch wartend nur auf sie, die sie

diesen Raum nutzen und in sich aufnehmen wollte. Aber so sehr

sie sich mühte dem Gehör seine Aufgabe zuteil werden zu

lassen, so sehrsie ihrem Gehör befahl seinen Sinn zu erfüllen,

so schwierig gestalteten sich ihre Gedanken….

 

HÖRST DU MICH….

 

Und plötzlich stehen sie still – die Gedanken – die Stille mag

sich in den Vordergrund drängen; wird hörbar und das Pochen

im Kopf bekommt seine eigene Zeit. Sie nimmt es wahr, das

Ticken und Tacken in ihrem Kopf, schließt die Augen – der

Luftzug über ihr wird deutlich; scheint vom Meer zu kommen

und dann die Erschütterung neben ihr… 

 

SIEHST DU MICH …..

 

Ein neugieriges Blinzeln, Fußspuren neben ihr.  Ein

freundliches Lächeln neben sich, dunkles Haar, weiß gekleidet.

Er – Sie – Es weicht nicht von ihr, hält Schritt ohne

aufdringlich zu scheinen..

 

WARUM BIST DU …..

 

Da war doch was, wichtig ist sie, sonst wär sie nicht hier.

Wichtig wird sie immer sein, für sich selbst – für andere – für

Veränderungen, an welchen sie teilhaben muss. Eingefahrene

Wege verlassen – neues ausprobieren, kalkulieren oder einfach

bloß tun. Die Stille im Kopf bewegt sich nicht mehr in

Zeitlupe; sie weicht den weit entfernten Geräuschen der sich

brechenden Wellen..

Umsichtig neigt sie den Kopf zu Seite und sieht….., spürt,

hört und erkennt letztendlich die einzige Wahrheit…

 

BIST DU BEREIT…..

 

Wofür auch immer; für das Leben an sich, für Eindrücke und

vor allem das Verstehen. Zu allererst sich selbst verstehen –

das scheint ihr wichtig – dann die Welt begreifen. Beides ist

schwierig und hat kein Ziel, außer den Weg selbst. 

 

ERINNERST DU DICH…..

 

Grau und dumpf waren die Eindrücke – sie weichen einer

Erinnerung, die nicht die ihre zu sein scheint – und doch sind

sie ihr nah. Sie fasst sich ein Herz und greift nach der Hand

ihres freundlichen Begleiters. Sie hatte vergessen…. . Doch

jetzt in diesem Augenblick schien alles klar…. . Sie erinnerte

sich an die Farben; damals…..; als Kind träumte sie von

ihnen, später immer seltener…. . Jetzt schienen sie wieder zu

kommen – die Farben; jetzt, genau in diesem Moment – in

diesem letzten Hauch eines Augenblicks, bevor sich alles um sie

herum aufzulösen begann…

 

 

Autorin: Andrea Waschmann